06. Juli 2010. Finale im Handel: Zahlreiche Markenartikler nutzen die Stärke ihrer Produkte am Point of Sale. Sie setzen auf effektive POS-Marketingmaßnahmen und z. B. weniger auf klassische Fernsehwerbung, deren Spots im Umfeld der WM-Spiele nach Ansicht vieler Werbetreibender verhältnismäßig teuer sind.
Gernot Lingelbach, Geschäftsführer der UGW Communication, sieht den POS als klaren Sieger im Marken-WM-Wettkampf im Handel. Ob der PoS letztlich „zur Pleite oder zum Sommermärchen“ wird, liegt im Urteil des Vermarktungs-Experten Lingelbach eng beieinander. Denn rund um den Werbehype zur Fußball-WM 2010 steigen angesichts der kürzeren Verweildauer der Shopper in den Outlets die Anforderungen an das POS-Marketing. „Werbebotschaften müssen daher noch schneller und effektiver arbeiten“, empfiehlt Lingelbach, „denn vor allem die 18- bis 29-Jährigen tätigen Kurzeinkäufe bis maximal 15 Minuten.“
Das täglich aktualisierte Promotion-Barometer ProBar® der UGW (www.ugw.de) listet allein derzeit weit über 100 WM-Promotions am POS bei Lidl, Edeka, Globus, Rewe & Co. auf. Besonders aktiv sind die Molkerei- (22 %) und Getränkebranche (21 %), die zusammen fast die Hälfte der WM-Aktionen im Handel realisieren. Süßwaren/Snacks (14 %), Körperpflege/Kosmetik (11 %), Brot/Getreideerzeugnisse (8 %) sowie Fleisch/Wurst/Feinkost (7 %) zählen mit zu den Top-Warengruppen im Handel mit WM-affinen POS-Aktionen.
Auf Rang 1 der von der Industrie gewählten Mechaniken stehen nach Häufigkeit Zugabeaktionen, bei denen sich der Konsument u. a. mit Vuvuzelas, Sammelstickern oder Fanschminke gratis eindecken kann. Der allgemeine Trend am POS hin zu Gewinnspielen setzt sich auch bei der Kicker-WM fort. Auf Rang 3 liegen Bundle-Aktionen – ein attraktiver Aktionspreis für den Kauf mehrerer Produkte, geschickt verpackt unter dem Themendach der WM-Welt.
„Die Fußball-Weltmeisterschaft ist ein relevantes, promotionaffines Thema, welches von Industrie und Handel in den Monaten vor und bis zur WM gern als Promotionplattform genutzt wird“, so Lingelbach. „Hierbei können auch Unternehmen, die keine Sponsoren sind, in diesem Zeitraum mit aufmerksamkeitsstarken, kreativen Konzepten von diesem Ereignis profitieren. Diese, von Fachleuten oft etwas abwertend als ‚ambush Marketing’-Aktivitäten bezeichneten Aktionen, sind rund um die WM sogar in der Mehrheit gegenüber den ‚reinen’ Sponsoring-Engagements.“

